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Patagonien-3

Unsere weitere Route in #Argentinien: El Calafate – Lago Roca – El Calafate – El Chaltén – Gobernador Gregores – Parque Nacional Perito Moreno – Wildcamp am Río Pinturas -Perito Moreno – Wildcamp Puesto Cisne – Wildcamp Km#8,5 der Ruta 41 – Wildcamp Km #55 der Ruta 41

 

Wie ihr schon an unserem Titelbild des Blogs erkennen könnt, handelt Patagonien-3 von unseren Erlebnissen in Argentinien. Dazu müssen wir wieder einmal die Grenze zwischen Chile und Argentinien überschreiten – und zwar am Paso Río Don Guillermo. Die Ausreise geht schnell von statten, die Einreise nach Argentinien gestaltet sich diesmal etwas langwieriger, weil die Dame vom Zoll einen handschriftlichen Einreisezettel für unsere Granduca erstellt. Als wir schon fast aus dem Büro heraus sind, entdecken wir, dass sie als Herkunftsland „Holland“ eingetragen hat, was ja so gar nicht geht! Also zurück zu der Senorita und die Verbesserung eingefordert. Bevor wir endgültig in Argentinien einreisen dürfen, möchte eine andere Grenzbeamtin noch einen Blick in unser Gefährt werfen. Sie schaut kurz in den Kleiderschrank und hebt die Bettdecke an. Falls sie kontrolliert hat, ob wir jemanden ins Land schmuggeln wollen – den hätten wir natürlich logischerweise in der Toilette versteckt, die hat sie aber wohl übersehen. Nun gut, was soll’s, wir sind wieder in Argentinien und vor uns liegt die unendlich weite Pampa!

Wir sind auf dem Weg nach El Calafate, lassen die abkürzende Gravelroad links liegen und fahren einen ziemlichen Umweg nach Esperanza. Bis dorthin rasen wir mit einem fetzigen Rückenwind, was sich klar in unserem Spritverbrauch von nur 6,5 Litern/100km zeigt, genial. Aber es fehlen ja noch die 150 km nach El Calafate, und die sind allerdings zu 80% gegen diesen Wind. Unser Spritverbrauch steigt exponentiell an und wir schaffen mit unserem alten Mädchen teilweise nur 50km/h im dritten Gang. Der Seitenwind ist auch nicht ohne, manchmal versetzt es uns schon mal einen halben Meter. Auch wenn uns Laster oder Busse überholen / passieren ist höchste Konzentration für den Fahrer angesagt.

Der Lago Argentino zeigt uns an, dass wir bald am Ziel sind.

In der Visitorinfo des ca. 18.000 Einwohner-Städtchens bekommen wir alle nötigen Informationen für unseren Gletscherbesuch, lassen uns die Adressen von einigen Autowerkstätten und Ersatzteilläden geben. Bei „Percy“ werden wir fündig und bestellen 2 neue Reifen für unsere Granduca. Percy empfiehlt uns den Taller (Automechaniker) Nicolas und nachdem wir ihn gefunden haben, erkundigen wir uns, ob er denn unseren Zahnriemen wechseln könnte. „Si, si claro“ sagt er, aber erst in 2 Tagen. Das passt uns gut, so können wir morgen noch die 70 km zum einzigartigen „Perito Moreno Gletscher“ fahren.
Gleich in der Früh brechen wir auf, denn kurz nach der Mittagszeit soll es dort am spektakulärsten sein, d.h. aufgrund der Sonneneinstrahlung brechen dann die meisten Eisschollen ab.

Obwohl wir uns als Ranger …

… des „Parque Nacional los Glaciares“ ausgeben,

müssen wir dennoch die teuren 800 argentinischen Pesos p.P. (12€) Eintritt bezahlen. Aber was soll’s, wir haben besten Sonnenschein und freuen uns auf ein tolles Gletscherspektakel.

Foto einer Info-Tafel

Gleich, als wir auf dem Rundwanderweg loslaufen, von dem wir uns den Eismassen z.T. bis auf 50 m nähern können, rumpelt es in der Ferne und wir sehen aus ca. 2 km Entfernung, wie eine größere Eiswand abbricht, Wow, das geht ja schon gut los!

Wir laufen also gespannt und neugierig den ausgebauten Pfad am Gletscher entlang, immer wieder knirscht, knackt und grollt dieser. Dann sehen wir ab und an – weit weg und nicht so fotogen – Gletscherabbrüche. Überall gibt es Aussichtsplattformen mit massig Touristen, die allesamt auf das Eine warten: splitterndes Eis. Minutenlang verharren und starren wir dort gebannt auf die Eiswand, dann kracht weiter weg etwas herunter. „Lass uns doch dahin gehen“. Dort angekommen, passiert gefühlte Stunden wieder rein gar nichts auf unserer Jagd nach dem Sensationsfoto. Stimmt nicht! Nur eben immer da, wo wir gerade nicht sind. Es ist zum Haare raufen!

Einmal verlassen wir eine Aussichtsplattform und nach 20 Sekunden bricht dort ein größeres Stück ab, wir natürlich wieder ohne Fotodokumentation. Wie verhext!

Doch dann gelingen Michel endlich die langersehnten, „Live“-Aufnahmen, als dieses Stück abbricht.

Claudia macht es noch besser, sie will das Ganze als Video festhalten. Bingo?

Doch leider hat sie in der Hektik auf den Auslöser gedrückt und nur ein unscharfes Foto geschossen, nicht etwa auf den Videoknopf. Dumm gelaufen. Michel ist der Held!

Eis kann so schön,

so magisch blau sein …

… und so fotogen dahin schwimmen.

Vielleicht könnt ihr es auf dem folgenden Bild erkennen: es handelt sich um eine 9-monatige Fotoserie, auf der der Perito Moreno Gletscher (immer wieder) eine Verbindung zum Land bildet und diese „Brücke“ dann durch abfließendes Wasser bis zum Einsturz ausgehöhlt wird.

Auf dem Rückweg nach El Calafate begeistern uns einmal mehr die wunderbaren Farben Patagoniens.

Am nächsten Tag begeben wir uns zum Zahnriemenwechsel in die Werkstatt von Taller Nicolas und seinen Mannen. Unser altes Mädchen muss zur Untersuchung erst einmal auf die Hebebühne.

Taller Michel packt natürlich auch kräftig mit an!

Dann entdecken wir, dass die hintere, rechte Feder unserer Granduca gebrochen ist. Oh je! Aber Nicolas und sein Chefmechaniker Gallego (er arbeitet sozusagen als Rentner hier mit) unterstützen uns fantastisch und organisieren eine logistische „Federbeschaffungsaktion“, die wir allein so wohl nie hinbekommen hätten. Sie bauen das gebrochene Teil aus und schicken es mit einem Fuhrunternehmer ins 900 Kilometer entfernte Commodoro Rivadavia. Dort gelangt sie zu einem Händler. Und wieder zurück. Vor Weihnachten sollen wir wieder flott sein, heisst es. Dieser Wahnsinnstransport kostete nur 30 €. Derweil stehen wir aufgebockt auf dem Werksgelände neben einem brasilianischen Pärchen mit ihrem T2, das schon seit einem Monat auf ein Motorersatzteil aus ihrem Heimatland hier wartet.

Es kommt erst der dritte, dann auch der vierte Advent und zu Weihnachten gibt es zwar leckeren Stollen aus der deutschen Bäckerei (der Bäcker wanderte übrigens von Schwaig bei Nürnberg hierher aus), aber leider keine neue Feder. Was wir uns ja schon fast gedacht hatten. „Tiempo argentino“ = muy tranquilo.

Verabschiedung von unseren Brasilianern Evandro und Gi (v.l.), die nach einer Wartezeit von sage und schreibe 50 Tagen endlich vom Hof können. Ob wir auch so lange hier festhängen? Bitte nicht!

Die neue Feder ist endlich da! Am 27.12. erfahren wir von Nico, dass sie in seinem Auto liegt, eingebaut wird sie aber leider erst am 28.12. von Michel und dem Lehrling Juan … wieder einmal „tiempo argentino“!

Trotzdem: Muchas, muchas gracias por todos an Felix, Juan, Gallego und Nico (v.l.).
Ihr müsst euch das mal überlegen: wir durften 19 Tage umsonst auf Nicos Gelände wohnen, die Toiletten nutzen, obwohl er auch ein Hostel betreibt. Voll nett. Michel durfte alle seine Fragen stellen und sie wurden ihm auch stets geduldig beantwortet. So entstand schon mehr als nur eine Geschäftsbeziehung!

Wir haben inzwischen „Western Union“ für uns entdeckt. Hier in Argentinien gibt es zumindest für Ausländer kein einziges Geldinstitut, bei dem man kostenlos Bargeld am Automaten bekommt, auch nicht mit unserer sonst so praktischen DKB-Visakarte. Wie unlängst beschrieben, gibt es oft nur max. 40 € und wir müssen ca. 5-7 € davon als Gebühr bezahlen. Western Union gibt Ausländern einen viel besseren als den Tageswechselkurs und so beschließen wir, Bargeld nur noch dort abzuheben, denn wir machen pro 400 € Abhebung abzüglich 5 € Transfergebühr satte 85 € Gewinn. Genial. Verrückte Welt.

Dafür müssen wir aber auch einige Strapazen auf uns nehmen. Das erste Mal stehen wir im WU-Büro in der Post an, als wir an die Reihe kommen, heißt es, sie haben kein Bargeld mehr, vielleicht in 2 Stunden wieder. Wir versuchen es bei der offiziellen WU-Vertretung, die ist allerdings im Gegensatz zur Google-Auskunft schon geschlossen. Also spontan nach 20 Minuten zurück zur Post und siehe da … sie haben wieder Geld!
Beim nächsten Abhebeversuch in der Post teilen sie uns lapidar mit, das Computersystem sei „down“. Wir versuchen es danach gegen 10:00 Uhr wieder bei WU, aber sie öffnen montags erst ab 13:00 Uhr. Einmal mehr sind wir die 3km in die Stadt umsonst gelaufen! Kurz nach 13:00 Uhr sind wir dann das zweite Mal am Büro, eine ca. 10m lange Schlange steht bis auf die Straße, ja klar, es ist der 30.12. und Calafate ist übervoll an Touristen, alle brauchen Geld. Aber wir wissen ja schon von vorherigen Besuchen, dass wir uns am Schalter 3 anstellen müssen. Endlich sind wir dran. Da erklärt uns die Mitarbeiterin resolut, dass Auszahlungen für Ausländer heute nur an Schalter 2 getätigt würden. Aber „what the f… is this!“ Also zurück in die Schlange, eine Mitarbeiterin kommt auf die Straße und erklärt allen, dass sie nicht mehr viel argentinische Pesos zum Auszahlen haben und wir wollen ganze 32.000! Es stehen noch 3 Leute vor uns in der Schlange. Wird das Geld reichen, bis wir an der Reihe sind, oder haben sie dann keine 32.000 Pesos mehr für uns? Wir werden etwas nervös. Kurz und gut, nach unserer massiven Abhebung (eigentlich ja nur 400 €) sind sie pleite und die Meute hinter uns meutert und wir fliehen schnell, bevor uns die anderen Touristen meucheln …

An Silvester sind wir endlich wieder mobil und fahren nach El Chaltén. Witzigerweise treffen wir unsere französische Radfamilie aus der Casa de Ciclista in Mendoza wieder und können sie gleich mit einer Roomtour durch das Womo und Wasser beglücken!

Skyline von El Chaltén

Wahnsinn, wir sehen den Fitz Roy von fern …

… und nah!

Wir befinden uns immer noch im …

der als das argentinische Wanderparadies gilt. Der Eintritt ist kostenlos !!

Nach so viel Bewegungslosigkeit in Nicolas Werkstatt lechzen wir förmlich nach Aktivität und „verschlafen“ Silvester, um bei günstiger Wetterprognose zum Fitz Roy aufzusteigen.

#Hike 1

An Neujahr um 7:00 Uhr sind wir schon auf dem Trail und blicken zurück auf El Chaltén.

Diese rosa Häuschen erkennt man auch auf dem vorigen Bild.

„Río de Las Vueltas“

Yeah, mutterseelenallein am ersten Mirador!

Wir kommen ihm immer näher.

„Basiscamp“

Letzter steiler Anstieg, leider sind einige „Basiscamper“ schon vor uns oben.

„Laguna de los Tres“

So, die erste Hälfte der 21 km langen Wanderung (mit 830 Hm) ist geschafft,

jetzt kommt leider wieder der (knie)schmerzvolle Abstieg. Aber wir haben uns ja endlich Hikingstöcke gegönnt, eine wahre Wohltat, können wir jedem nur empfehlen!

Abkühlung der Füße in der „Laguna Capri“

#Hike 2
„Mirador de los Condores“

Michel glaubt mal wieder, eine neue Schmetterlingsart entdeckt zu haben. Was meint ihr?

#Hike 3
Wasserfall „Chorillo del Salto“

Michels Blick verrät es schon,

da muss es doch noch einen Weg nach oben geben, oder?

Stimmt!

#Hike 4
„Mirador Glaciar Piedras Blancas“, ein Hängegletscher.

Gott sei Dank haben wir den Hike zum Fitz Roy an Neujahr gemacht, denn die nächsten Tage ist er nicht zu sehen. Am 10.Tag ist das markante Massiv endlich wieder wolkenfrei und wir stehen früh auf, um unsere letzte Wanderung (#Hike 5) zum „Cerro Torre“ (Mitte) zu starten.

Die absolute Windstille heute …

… macht sogar Spiegelungen möglich.

Wir sind auch der Meinung „ … das war Spitze“,

obwohl wir den „Torre“ nur noch ganz kurz „unverhüllt“ sehen können, als wir oben ankommen.

„Lächle, denn wir filmen an verschiedenen Orten“

In El Chaltén standen wir ganze 10 Tage auf einem kostenlosen Platz gegenüber der Visitorinformation am Ortseingang. 8 Nächte davon verbringen wir in unserer Granduca mit der uns sehr liebgewonnenen „Frankenfraktion“.
Wir danken euch Franken (Irene und Edwin aus Bayreuth Robert & Ria aus Nürnberg, v.l.) für eure Womo-Tipps, Ria für das leckere Körnerbrot und den Lebkuchen(!), sowie die vielen geselligen und äußerst lustigen Stunden und hoffen, dass wir uns wieder einmal über den Weg fahren!

Gleichzeitig heißt es auch Abschied nehmen von „unserem Gürteltier“, welches wirklich jeden Abend gegen 20:30 Uhr seine Runde über den Stellplatz lief, wie ein Staubsauger immer auf der Suche nach Essbarem!

Über das Städtchen „Gobernador Gregores“, wo wir einen Großeinkaufsstop einlegen, erreichen wir diesen Abzweig zum „Parque Nacional Perito Moreno“.

Wir wissen, dass jetzt 90 km Rumpelpiste bis zum Parkeingang vor uns liegen, der quasi ganz hinten im Bild bei den Bergen beginnt. Was wir nicht wissen: die „Straße“ ist derartig schlecht, dass wir nur mit 20-max. 30 km/h dorthin zuckeln können. Im Park gibt es nur drei Übernachtungsplätze für Wohnmobile und sie liegen weit auseinander – auf noch schlechteren Pisten. Wir schleichen also nochmals 8 Kilometer ab Parkeingang …

… zur „Playa Belgrano“…

… und …

… genießen den wunderschönen Abendhimmel.

Am nächsten Morgen starten wir bei strahlendem Sonnenschein zu einer 16 km Wanderung rund um die Halbinsel Belgrano und nehmen tolle Eindrücke mit.

Diese roten Gräser/Blümchen wachsen eigentlich nur direkt neben dem Trampelpfad, fällt uns auf. Wahrscheinlich sorgen die Wanderer für die weitere Verbreitung.

Wer sieht unsere Granduca auf dem Stellplatz im Bild unten?

Wir hatten am Parkeingang erfahren, dass wir nur 2 Tage schönes Wetter haben werden, weil Sturm mit knackigen Winden im Anmarsch sein soll. Wir wechseln zur Rangerstation „El Rincon“ und steigen nachmittags von dort noch schnell auf den Cerro Leon (1.434m) hoch.

gegenüberliegende Bergkette #mittags

gegenüberliegende Bergkette #nachmittags

zwei Spechte

Auf dem Gipfel bietet sich uns der beste Ausblick unserer gesamten Reise!

In der Bildmitte erkennt ihr die Halbinsel „Belgrano“, die wir gestern umrundet haben. Der gleichnamige Lago, der sie umgibt, hat mindestens 4 verschiedene Farben, verrückt!

Blick gen Westen

Hier oben ist es wahnsinnig windig und daher auch ziemlich kalt,

aber hinter dem Steinwall lässt es sich doch ganz gut aushalten.

Die absolute Krönung dieser Wanderung war für uns aber der Andenkondor, der kurz nach unserer Gipfelankunft angesegelt kam und ganze 5 Minuten über uns im Aufwind schwebte!

Am nächsten Tag flüchten wir vor der Schlechtwetterfront, d.h. wir melden uns am Parkausgang bei den Rangern als „Überlebende“ zurück. Wir mussten uns hier nämlich registrieren und unterschreiben, dass unser Ausflug in die Natur gefährlich ist (Tiere, Wetter, Katastrophen usw.). Nun gut, flüchten ist etwas übertrieben, wir kriechen die Schotterpiste mit maximal 30 km/h wieder zurück. Diesmal mit starkem Sturmrückenwind, also dieselsparend. In dem 5 Häuser-Ort „Baja Caracoles“ müssen wir tanken, aber der Inhaber der einzigen und uralten Zapfsäule verkündet uns gleich, dass er keinen Dieselkraftstoff mehr habe. Damit wir überhaupt weiterkommen, muss Michel 20 Liter aus unserem Ersatzkanister in den Tank kippen.
Die nächste Tankstellengeschichte passiert dann in „Perito Moreno“, einer größeren Stadt am Lago „Buenos Aires“ (gute Luft). Einer der Hinterreifen wirkt ein wenig platt und hat nur 60 PSI, Michel will ihn mit Pressluft auf die benötigten 65 PSI aufpumpen. Denkste. Statt Luft hinein zu bringen, geht an dieser Vorrichtung nur weiter Luft heraus, nicht unbedingt zielführend für die nächsten Staubpisten. Die Suche nach Pressluft kostet uns gut eine Stunde. Bei einer „Gomeria“ (einem Reifenreparateur) werden wir schließlich fündig. Zuvor hatten wir es noch vergeblich an einer Autowerkstatt probiert. Für ein „propina“ (Trinkgeld) wird der Reifen aufgefüllt.

Interessanterweise hat der Lago „Buenos Aires“ zwei Namen, denn auf der chilenischen Seite heißt er Lago „General Carrera“.

Im Internet lesen wir nach, dass er bis zu 600 m tief ist, aber nur 217 m über dem Meeresspiegel liegt.

Aufgrund des heftigen Nordwestwindes schlagen fast meterhohe Wellen ans Ufer und wir kommen uns daher eher vor wie am Meer.

Etwa 6 km Fahrweg bringen uns anschließend zu dieser kleinen Hütte am „Puesto Cisne“, die man hier im grenzübergreifenden „Parque Nacional Patagonia“ zum Übernachten nutzen kann. Kostenlos. Wir residieren aber lieber in unserer Granduca.

Vom Puesto Cisne aus unternehmen wir eine kleine Wanderung und passieren interessante Felsformationen …

… am „Cerro de la Calle“ …

… und können schon die Bergketten auf der chilenischen Seite erkennen.

An unserem Ziel, einer kleinen Lagune, herrscht friedliches Miteinander zwischen Flamingos, Schwarzhalsschwänen und diversen Enten.

Am nächsten Tag erreichen wir die Grenzstadt „Los Antiguos“, wollen aber eigentlich südlich in die Berge abbiegen, um parallel zur Grenze auf argentinischer Seite weiter in den Nationalpark Patagonia vorzudringen. Und zwar auf der Ruta #41, einer Staubpiste, die zum Grenzübergang „Paso Roballos“ in den chilenischen Teil des Parks führt und landschaftlich sehr reizvoll sein soll. Wir sind uns aber nicht ganz sicher, ob wir diese Route mit unserem alten Mädchen fahren sollen und fragen verschiedentlich bei Polizei und Touristinfo nach. Der Polizist rät mit einem Blick auf unser Gefährt ab, die Mädels in der Information meinen, es sei nur ein Problem nach oder bei Regen. Die Wettervorhersage ist gut, also wagen wir es.

Entlang des „Río Los Antiguos“ beginnen wir unsere Fahrt …

… und finden oberhalb des Grenzflusses „Río Jeinemeni“ unser erstes Nachtlager.

Dort können wir zum allerersten Mal ein Außenfrühstück richten. Patagonische Windstille scheint ein Ausnahmezustand zu sein!

Tapfer schraubt sich unsere Granduca …

… weiter in die Höhe,

bis wir bei Km #55 an einem kleinen Gebirgsbach unseren nächsten Stellplatz finden.

Leider bleiben wir nicht lange allein, heute ist Sonntag und einige Familien aus Los Antiguos haben den weiten Weg nicht gescheut, um hier einen sonnigen Nachmittag zu verbringen.

Der „Cerro Zeballos“ (2.743 msnm) ist schon ziemlich markant.

Als wir näherkommen, entdecken wir noch einen „versteinerten“, eingegrabenen Drachen.

Sieh an, bunte Berge gibt es hier auch!

Die Weite der Landschaft mit ihrem grandiosen Farbenspiel beeindruckt uns immer wieder aufs Neue.

Unsere Granduca bringt uns sicher über den höchsten Punkt der Ruta, der auf 1.500 m Höhe liegt.

Die Qualität der Piste wurde nach Abfahrt aus Los Antiguos zunehmend schlechter und wir sind uns einig, dass die Strecke bei Regen sicherlich nicht für viele Autos überhaupt befahrbar wäre. Glück gehabt!

Für uns geht es jetzt noch bis zum Kilometer 98 bergab, dann werden wir von einem super freundlichen argentinischen Grenzbeamten in seinem Minigrenzhäuschen empfangen. Es gibt hier sogar freies WiFi, so dass wir uns kurz bei unseren Familien melden können.
„Wir fahren jetzt gleich nach Chile rüber und bleiben weiterhin im Nationalpark. Macht euch also keine Sorgen, wenn ihr einige Tage nichts von uns hört, uns geht es gut!“

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2 Gedanken zu „Patagonien-3

  1. Hallo Claudia,

    das ist echt der Wahnsinn- ihr seid immer noch unterwegs.
    Ich habe heute seit Ewigkeiten mal wieder in eure Dokumentation geschaut. Sieht echt toll aus. Eure Bilder begeistern mich. Ich wünsche Euch weiterhin alles Gute und Abenteuer pur. Vielleicht entdeckt ihr noch eine neue Tierart..-)

    Liebe Grüße
    Mandy Brose

    1. Hallo Mandy,
      momentan sind wir auf dem Grundstück eines Radfreundes in Mendoza untergekommen und wohnen autark in unserem Camper. Seit heute herrscht in ganz Argentinien eine Ausgangssperre aufgrund von Covid-19. Wir haben hier viel weniger Infizierte (bis jetzt), aber die Regierungen hier in Südamerika reagieren gottseidank etwas schneller als die daheim. Uns geht es gut, wir sind ganz froh, gerade hier in Argentinien zu sein, denn die Leute hier sind einfach unglaublich nett und hilfsbereit, wir sind immer wieder so überrascht. Hoffentlich geht es dir und deiner Familie gut! Wir haben mitbekommen, dass in den Tagesstätten etc. Notbetreuung gefahren wird … bleib gesund! Eigentlich wollten wir im August ja mal wieder auf Deutschlandurlaub vorbeischauen, mal sehen, ob das in dieser Zeit noch möglich sein wird! Grüß mir die Kolleg*innen und halte die Ohren steif,
      ganz liebe Grüße Claudia

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