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Patagonien-4

# Chile: Wildcamp am Río Nähe Campground Alto Valley -Wildcamp Río Chacabuco – Wildcamp am Lago Bertrand – Wildcamp am Bach neben Lago Tranquilo – Wildcamp am Río Murta – Parkplatz Museo Escuelo (Nähe Villa Cerro Castillo) – Tankstelle Coyhaique – Wildcamp Río Pollux – Wildcamp am Río Simpson – Wildcamp Río Mañihuales – Wildcamp #1 Queulatfjord – Wildcamp #2 Queulatfjord – Wildcamp Río Frío / Nähe Villa Santa Lucía – Wildcamp Río Espolon / Nähe Futaleufú

 

Wir reisen immer noch in / durch Patagonien, haben aber gerade wieder einmal die Grenze nach Chile überschritten. Insgesamt haben wir jetzt schon 5 Ein- und 4 Ausreisestempel für dieses Land gesammelt. Haha – bald ist unser Reisepass voll.
Dieses Mal ist der Grenzübertritt jedoch wirklich „tranquilo“ – wie in iOverlander beschrieben interessiert sich der Grenzbeamte an diesem kleinen Übergang nicht die Bohne für etwaige Frischwaren, die wir einführen. Gut so!

Wir sind jetzt aber wieder im teuren Chile unterwegs und müssten demnach auf dieser Seite des „Patagonia – Nationalparks“ eigentlich jeweils 8.000 chilenische Pesos Eintritt p.P. (10 €) zahlen. Die obligatorischen Campingplätze kosten nochmals die gleiche Summe pro Nase für eine Übernachtung. Wir gehen in den „Stealthmodus“ und machen uns in der ersten Nacht erfolgreich „unsichtbar“.

Am nächsten Morgen fällt gleich mal unsere geplante Wanderung aus, weil die superschlechte Gravelroad zum Parkplatz so steil bergab führt, dass wir nicht sicher sind, ob wir mit unserem Gefährt auch wieder zurück kommen. Toll! Dafür wollen wir auf gar keinen Fall Eintritt bezahlen.
Kurze Zeit später finden wir „Wanderersatz“ und gelangen aus dem Tal hinauf …

… zur „Laguna Gutierrez“.

Am Wegesrand entdecken wir ein Guanaco-Gebiss,

sowie jede Menge „Calafate-Beeren“, die ein wenig an unsere Blaubeeren erinnern. Um diese Jahreszeit (Mitte Januar) sind sie noch nicht ganz reif, schmecken also noch etwas sauer und bestehen fast nur aus Kernen!

Auch blühen hier massenhaft Disteln, zum Teil wachsen sie über einen Meter hoch.

Claudia wandert heute mit kurzer Hose und sammelt dadurch jede Menge dieser sehr unangenehmen kleinen Kletten auf, die aufgrund ihrer fiesen spieksigen Stacheln nur sehr schwer zu entfernen sind.

Ein kurzer Blick zurück in den (für uns kostenlosen ) Nationalpark Patagonia,

schwuppdiwupp über diesen letzten Hügel gerumpelt …

… und endlich sind wir auf der vielgerühmten und berüchtigten „Carretera Austral“ und werden gleich noch diese zwei „Mochileros“ (Rucksackreisende) im Hintergrund mitnehmen.

Momentan sind in Chile und Argentinien Sommerferien, sodass neben den Touristen auch noch Heerscharen an Einheimischen im Land unterwegs sind. Die Carretera Austral wird uns auf jeden Fall als sehr staubige, stark befahrene Gravelpiste schlechter Qualität mit einem sehr ambitionierten, welligen Höhenprofil in Erinnerung bleiben. Vom starken Wind und dem anscheinend stets schlechteren Wetter in Chile ganz abgesehen. Die Entscheidung, Patagonien mit dem Wohnmobil zu befahren, stellt sich wieder einmal als goldrichtig heraus. Puh sind wir froh, dass wir unsere Granduca haben und hier nicht radeln müssen!

Unabhängig davon gibt es hier aber einige Natur-Highlights.

Zusammenfluss von Río Baker …

… und Río Nef. Deutlich sieht man die unterschiedlichen Farben der beiden Flüsse.

Unser heutiges Plätzchen am „Lago Bertrand“ …

… bietet eine geniale Aussicht.

Mühsam tuckern wir tagsüber über die Wellblechpiste und „fressen“ Staub ohne Ende. Jedes Wohnmobil hat diverse Öffnungen (Kühlschrank-, Gas-, Heizungsbelüftung etc.) und wir kehren jeden Tag den feinen Sand bergeweise aus der Granduca. Beim Fahren können wir unsere Fenster nur solange öffnen, bis uns jemand entweder überholt oder entgegenkommt. Was quasi ständig der Fall ist. Merke: Carretera Austral nicht ohne Klimaanlage!

Diesen See haben wir auf argentinischer Seite als „Lago Buenos Aires“ kennengelernt. In Chile heißt er „Lago General Carrera“ und besitzt ein Fläche von 1850 km². Im Vergleich dazu, der Bodensee ist nur 536 km² groß.

Familienfriedhof direkt neben einer kleineren Landstraße

Am beschaulichen „Lago Tranquilo“ (ruhiger See) gibt es lecker Regenbogenforellen …

und im Nachgang einen lustigen Abend mit Ria & Robert aus der Frankenfraktion, die plötzlich an unserem Wildcamp auftauchen!

Zurück in Puerto Rio Tranquilo wollen wir die Marmorhöhlen besichtigen. Wir haben die Tickets schon gekauft, aber als wir im Hafen ankommen, von dem aus die Boote starten sollen, bekommen wir mitgeteilt, dass aufgrund starken Windes und dunkelschwarzer Regenwolken unsere geplante Tour nicht stattfinden kann. 

http://www.andesnativa.com/s42/index.php?sec=contenido&cat=atracciones_leer&hotel=47&subhotel=54

Der Wetterbericht verheißt auch für den späten Nachmittag keine Besserung und bei einsetzendem Regen verlassen wir frustriert das touristische Städtchen, nachdem wir das Geld für die Tickets anstandslos zurück bekommen haben. Naja, wenigstens entfällt jetzt der Staub auf der Straße.

Überall „schießt“ das Wasser von den Bergen herab.

In der Nähe des „Río Murta“ finden wir bei Dauerregen einen Übernachtungsplatz in einem kleinen dunklen Wäldchen ca. zwei Meter über der Wasserlinie. Man kann ja nie wissen.

Nahe des Städtchens „Villa Cerro Castillo“, welches nach dem rechten Berggipfel benannt ist, erreichen wir endlich einen geteerten Abschnitt der Carretera Austral.

Angeblich erinnere der Gipfel an ein „Kastell“ oder eine Burg.

Gleich in der Nähe besuchen wir das „Monumento Nacional Paredón de las Manos“, wo frühere Bewohner sowohl positive (Hand voller Farbe patscht auf Fels“),

als auch „negative Handabrücke“ (Farbstaub wird über Hand auf den Felsen gepustet) hinterlassen haben.

Warum sie das wohl gemacht haben?

Dieses sympathische Gefährt steht vor uns auf dem Parkplatz und fragt, ob „Jemand Lust hat, langsam mit ihnen zu den Alpen zu reisen?“.

Kleine Story am Rande: in „iOverlander“ haben wir gelesen, dass wir auf dem Besucherparkplatz kostenlos übernachten können. Die Museumsmitarbeiter bestätigen uns das ebenfalls. Weiterhin wird in der App der Nachbar erwähnt, der nach Besucherschluss Geld für die Übernachtung eintreiben will, weil man angeblich auf seinem Privatgrundstück parke. Er kam recht schnell vorbei, gab aber auch genauso schnell auf. Michel schenkte ihm dann noch ein Bier und schon war er unser Freund.

Über einen kleinen Pass (1.120 msnm) …

… auf dem ein Getränkelaster seine Ladung unabsichtlich abgeladen hat …

… gelangen wir nach Coyhaique, der Provinzhauptstadt der Region Aysén mit 50.000 Einwohnern.
Rund um dieses Touristenzentrum sieht es irgendwie aus wie im Voralpendland.

Interessant: „Drive-in Baumarkt“

Ansonsten nutzen wir größere Siedlungen nur noch zum Tanken, zum Vorräte auffüllen und für kostenloses Wifi. Irgendwie fühlen wir uns gleich sehr gestresst und unwohl, wenn wir Menschenmassen, Verkehrslärm und verstopfte Straßen um uns haben. Aus Mangel an geeigneten Übernachtungsplätzen in der näheren Umgebung fragen wir an einer Tankstelle, ob wir dort stehen dürfen. „Ja, kein Problem“ entgegnet der freundliche Tankwart. Am nächsten Morgen weckt er uns dann ebenso freundlich extra um 7:30 Uhr, nur um zu verkünden, dass wir jetzt nicht wegfahren müssen, da heute Sonntag sei. Que!!!

Ein Gutes hatte Coyhaique doch: wir konnten uns nochmals mit Ria & Robert verabreden und erlebten wieder einen super lustigen Abend in unserer Granduca. Dieses Schild hat Michel am Straßenrand aufgehängt, damit die Beiden die Einfahrt zu unserem Standplatz nicht verpassen.

Weiter geht es gen Norden, am Nachmittag erreichen wir unser anvisiertes Ziel am „Río Mañihuales“, doch was ist das an der Einfahrt? Äh – hier sollte es doch ein ruhiges Plätzchen an einem Fluss geben?

Natürlich mal wieder eine Correa! Diesmal für den „heiligen San Sebastian“. Neugierig betreten wir die bunte Wellblechhütte.

Wer wohl das Gewehr gestiftet hat?

Hinter der kleinen „Kapelle“ finden wir dann unser sehr gemütliches Plätzchen am Río Mañihuales …

… und bleiben gleich noch einen 2.Tag, weil es uns so gut dort gefällt.

„Villa Amengual“ lockt mit seinem orangenen Schindelkirchlein aus Holz.

Leider war der Eingang verschlossen.

Noch mehr lockt uns jedoch die einzige „Panaderia“ (Bäckerei) des winzigen Örtchens. Wir lokalisieren sie zwar auf unserer Karte, aber in der Realität müssen wir erst erst einen Einheimischen zu Rate ziehen, um sie zu finden. In ihrem lila Privathäuschen verkauft eine ältere Señora die leckersten, selbstgebackenen Brötchen seit Langem!

Dann hat mal wieder das Schicksal (manche würden sagen der Zufall) seine Hände im Spiel: witzigerweise treffen wir auf der Weiterfahrt völlig unverhofft auf unseren Radfreund Christian (alias Bicicletaman), der sich noch auf dem Weg nach Süden, nach Ushuia befindet. Und zwar genau an einem Aussichtspunkt, der einzigen Stelle weit und breit, wo wir auch mit unserer Granduca anhalten können. Genial, oder? So kommt Christian zu Kaffee & Kuchen im Trockenen, da es gerade zu regnen beginnt … suerte, Christian!

Es gibt hier massenweise Seen und Flüsse,

die in den tollsten Grün- und Blautönen schimmern …

… und so klar sind, dass wir oft rätseln müssen, ob es sich hier um eine Spiegelung handelt oder um das, was sich unterhalb der Wasseroberfläche befindet?

Unser nächstes Plätzchen liegt am “Queulatfjord” – 2like2.bike meets the pacific again!

Wir wollen euren Blick aber einmal auf das “Mammutblatt” oder auch “Riesen- Rhabarber” lenken, der hier überall am Straßenrand quillt.

Diese bis zu 3 Meter hohe Pflanze ist allerdings nicht mit dem Rhabarber verwandt…

aber hier in Chile schälen sie den dornigen Stiel und essen ihn wie wir unseren Rharbarber.

Aber eigentlich wollen wir uns hier ja den hängenden Gletscher “Ventisquero Colgante” gleich um’s Eck im Queulat-Nationalpark ansehen. Aber leider spielt wieder einmal das Wetter nicht mit, tiefe Wolken lassen keinen Blick auf die Eismassen zu, obwohl außerhalb des Gletschertals überall Sonnenschein herrscht. So nächtigen wir zum 2.Mal direkt neben der Carretera Austral – und zwar hinter diesem Felsen,

dem “Delphinpoint” am Queulatfjord.

Wir erspähen auch kurz eine Delphinschule und etwas später kann Michel dann diesen Seehund ablichten.

Dieses Insekt hat für das Foto aber viel länger stillgehalten!

Den nächsten Stellplatz auf einem ….

… ehemaligen Militärgelände teilen wir uns am morgen brav mit den Kühen.

Aufgrund des dauerhaft kalten und regnerischen Wetters hier in Chile beschließen wir über den nächstmöglichen Pass nach Argentinien zu flüchten. Wird dort hoffentlich trockener und heißer sein, weiter östlich in den Anden. Und viiiiel billiger!

Hier also noch einige “flüchtige Impressionen” auf unserem Weg nach Argentinien.

Das sind ja beste Aussichten!

Fliegenfischen ist hier Volkssport.

Diese Brücke ist für unsere Granduca leider zu schmal!

Immer schön aufpassen!

Letzte Übernachtung in Chile am Río Espolon …

… und schon wieder kommt ein Regenschauer!

Diesmal stimmt uns der nachfolgende Regenbogen aber wieder versöhnlicher.

Am nächsten Morgen entschwinden wir über den “Paso Futaleufú” nach Argentinien. Aber keine Angst, Patagonien ist noch nicht zu Ende.

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4 Gedanken zu „Patagonien-4

  1. Tolle Fotos! Sensationell, was ihr alles erleben dürft. Witzig finde ich, dass euch schon kleinere Menschenansammlungen nervös machen – DAS MUSS AN EINER ABSOLUTEN TIEFENENTSPANNUNG LIEGEN. Bin mal gespannt wie es euch damit in so manch anderen Ländern gehen wird 🙂
    Gaaaaaanz liebe Grüße
    Dani

    1. Hallo Dani,
      die tollen Fotos schießt der Michel. Natur pur ist auch viel schöner als voller Touristen … aber an unserer Tiefenentspannung müssen wir schon noch weiter arbeiten 🙂
      Liebste Grüße aus Mendoza, wo es seit heute morgen eine Ausgangsperre gibt! Bleibt gesund! Vielleicht sehen wir uns ja im August/September wieder einmal live!

  2. Hallo Claudia
    Hallo Michael
    Es freut mich zu hören dass es euch gut geht. Hier in Europa geht es momentan drunter und drüber. Das Corona Virus verunsichert und es ergeben sich so viele Fragen und noch mehr Antworten!!
    Ich vermute dass die Pandemie Gefahr in im Süden von Südamerika nicht so extrem “gelebt” wird wie hier und dass Grenzübertritte weiterhin möglich sind.
    Um es mit südamerikanischem Humor zu nehmen die neuste breaking News.

    El virus esté de seguro inventó una mujer, está fríamente calculado, logró cancelar el fútbol, cerrar los bares, proibier el cigarrillo y que los hombres no salga de su casa.

    Hasta pronto Erwin

    1. Hola Erwin,
      … ganz im Gegenteil, die Regierungen handeln hier glücklicherweise schneller gegen Covid-19, fast alle Ländergrenzen sind schon dicht, es gibt Ausgangssperren und die Zahlen sprechen hier im Moment noch für sich … wir bekommen gerade viele Informationen von “gestrandeten Travellern”, die überall in Lateinamerika feststecken, Autos verkaufen und heim wollen …, dann sehen wir viele ärgerliche Shares von daheim, wo sich einige Egoisten einfach nicht an die Eindämmungsmaßnahmen halten wollen … oder die unverständliche Klopapier-Raffgier 😉
      Aber egal: wir stehen hier sicher bei einem netten Freund auf dem Grundstück und haben uns schon vor Tagen freiwillig isoliert … finden jetzt also wieder mehr Zeit für die “bürokratischen Seiten” des Reisens, u.a. auch Emails zu beantworten.
      Bleib gesund und halte die Ohren steif! Ganz liebe Grüße aus Mendoza in die Schweiz, ClauMich

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