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Belize

Unsere Route im 21. Reiseland: Chetumal – Corozal – Sarteneja – Orange Walk Town – Crooked Tree – Tropic Education Center/ Belize Zoo – San Ignacio – Grenzübergang Benque Viejo del Carmen nach Guatemala

Endlich haben wir alle Forderungen des mexikanischen Grenzbeamten erfüllt, sodass er von uns letztlich kein Schmiergeld in Form einer doppelten Einreisegebühr bekommt! Puh – geschafft! Was wird uns wohl auf der belizianischen Seite erwarten? Dort müssen wir erst einmal einen 18-teiligen Fragebogen ausfüllen und die Passkontrolle ohne Räder passieren. Mit den Bikes sollen wir dann noch durch den Zoll und werden hier zum erstem Mal freundlich relaxt von einem schlanken Rastafari begrüßt. Er und sein Kollege verwickeln uns gleich in ein Gespräch und wir fachsimpeln über Fußball, die beiden glauben echt fest daran, dass das deutsche Team wieder Weltmeister wird.
Letztendlich dürfen wir ohne Kontrolle passieren und ärgern uns ein bisschen, dass wir nicht mehr Lebensmittel (insbesondere Müsli) mit nach Belize genommen haben, hieß es doch, man dürfe nichts Essbares importieren.

Wir fahren ein paar Kilometer nach Corozal, wo wir um 18:00 Uhr unseren ersten und einzigen Couchsurfinghost im neuen Land treffen sollen. Geld können wir erst an der 2. Bank abheben – danach gehen wir essen und wundern uns zuerst über die Biergröße …

… und anschließend über den Preis (1,30 € für 284ml).

Danach vertreiben wir uns im Central Park die Wartezeit und haben gleich Kontakt mit einem Jungen, der unbedingt will, dass wir ihn  mitsamt seinem “Fundvogel” fotografieren.

Lucas, unser Couchsurfing-Host versorgt uns abends stundenlang mit allen möglichen Tipps und beantwortet geduldig alle unsere Fragen. Thanks for everything!!!

Als wir vor der Abfahrt unser Flaschenpfand im chinesischen Supermarkt einlösen wollen, hauen die uns glatt übers Ohr und zahlen uns nur einen Bruchteil aus.
Die Gravelroad zum Küstendorf Sarteneja ist einigermaßen gut befahrbar und bringt uns in den Genuss zweier kostenloser Fähren über den New River …

… und die Laguna Seca.

Übrigens, es darf auch mitgekurbelt werden!

Stimmt genau!

Schließlich erreichen wir ziemlich verschwitzt und eingestaubt unser Ziel Sarteneja und rollen die Hauptstraße entlang ins Dorf hinein,

bewundern den Baustil der Häuser hier …

… und die örtliche Strandpromenade.

Anschließend checken wir auf dem Campingplatz “Backpackers Paradise” mit moskitosicherem Aufenthaltsraum ein – enorm wichtig, können wir euch sagen! Direkt daneben stehen Mango-, Avocado- und Zitronenbäume, an denen wir uns auch bedienen dürfen. Ab und zu fällt eine überreife Mango aufs Blechdach und kullert auf den Boden. Das hört sich an wie ein Gewehrschuss und wir schrecken jedes Mal ziemlich hoch.

Am nächsten Vormittag besuchen wir das in der Nähe gelegene “Shipstern Nature Reserve” und werden schon beim Anschließen der Räder heftigst von Moskitos attackiert. Wir werden von einem Mitarbeiter begrüßt, der uns dann auch eine ca. 1 stündige Führung gibt. Als erstes begehen wir den Schmetterlingsgarten und lernen, wie sich aus schnöden Raupen …

… Schmetterlinge entwickeln.

Neben anderem interessanten Getier ….

… entdecken wir Orchideen …

… und andere exotische Pflanzen.

Dieser Baum z.B. schützt seine Rinde im Bodenbereich mit Dornen gegen Tiere.

Der “Black Poisonwood Tree” verursacht bei bloßer Berührung starke Hautausschläge.

Interessanterweise wächst der Gegenspieler und Heilbaum “Gumbo Limbo” auch stets in der Nähe. Aus seinen Blättern wird ein “Tee” gebraut, mit dem die Verbrennungen geheilt bzw. gelindert werden. Dieser Baum wird bei den Einheimischen auch scherzhaft “Tourist Tree” genannt, weil seine Rinde an die von der Sonne verbrannte Haut der Touristen erinnert.

Beim Dschungelwalk merken wir erst richtig, wie viele Moskitos unser Blut wollen; die Mitarbeiter verzichten aus ökologischen Gründen auf Repellent – wir auf gar keinen Fall!

Erst als wir den 21 m hohen Aussichtsturm erklimmen, lassen die Plagegeister mit zunehmender Höhe von uns ab. Bei einem lauen Lüftchen genießen wir die tolle Aussicht …

… und sehen grün in allen Schattierungen bis zum Horizont.

Hier bleiben wir noch ein Weilchen!

Nach Orange Walk Town gibt’s ebenfalls nur eine lausige dirt road. Oft werden wir überholt und müssen eine Menge Staub schlucken. In diesem Fall ist es ein sogenannter “Chickenbus” (ehemalige amerikanische Schulbusse),

die alle möglichen Überlandrouten preiswert bedienen. Wir fahren noch einen kleinen Umweg durch eine Mennoniten-Gemeinde und fühlen uns sofort wie Zeitreisende.

Auf der Straße treffen wir Jan, einen jungen deutschen Reiseradler, der uns warnt, er wäre in Guatemala im Grenzgebiet zu Belize von 3 bewaffneten Männern ausgeraubt worden. Na Prost Mahlzeit – genau da wollen wir ja hin!

Wir logieren mehrere Tage in Rickys Hostel; mit 25 € für ein ganzes Apartment für belizianische Verhältnisse kaum zu toppen. Ricky vermittelt uns den Tourguide Roberto, der unsere 7-köpfige Truppe am nächsten Tag mit dem Motorboot ca. 50 km auf dem New River zu den Ruinen von Lamanai bringt.

Roberto ist ein Glücksgriff, denn er ist wirklich darauf bedacht, uns engagiert Fauna, Flora und Mayakultur näher zu bringen. Wir erspähen ein Krokodil im Fluß – auf Nachfrage erklärt er, dass die Kinder hier zu dritt oder mehreren baden, dann würden die Krokos auch nicht angreifen.

Zuckerrohr – Transport

Entdeckt ihr die Fledermäuse?

Irgendein Teichhuhn geht auf den Seerosenblättern spazieren.

Hier hat’s gebrannt!

Schlangenkaktus

Baumriese

Wir werden von unserem Guide aufgeklärt, warum der Steinkopf unten eine plattgedrückte Nase hat: Die Gesichter der Herrscher wurden nach ihrer Regierungszeit einfach mit einer Treppe “zugebaut”. Im Bild sieht man im Hintergrund auch die Treppe, die dann einfach weiter über den Kopf gebaut wird. Damit die Nase nicht aus der Treppe herausschaut, wird sie einfach abgeflacht.

Draufsicht

Lamanai liegt idyllisch im Urwald …

… an der New River Lagoon.

 

Wir sahen diesen Regenguss schon von der Pyramidenspitze aufziehen,

aber wir sind ja bestens ausgerüstet! Hier ein spezieller Dank an die Fa. Löffler, die uns mit Topmaterial unterstützt.

Nach diesem himmlischen Ausflug bringt uns unser Team mit seiner 0:1 WM-Niederlage gegen Mexiko wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Geduldig ertragen wir den Spott und die Beleidsbekundungen unserer mexikanischen Amigos.
Auf der Etappe nach Crooked Tree entdecken wir diese wunderschönen “Fächerpalmen” am Wegesrand …

… und beobachten den Sonnenuntergang am See.

Die nächsten 2 Tage zelten wir im “Tropical Education Center” in der Nähe des Belize Zoo. Hier im “Dschungelcamp” werden wir bereits ab 4:00 Uhr früh von tropischem Vogelgezwitscher geweckt. Wir machen einige Hikes durch subtropischen Dschungel …

… und die angrenzende “seasonal wet savanna”.

Die Rangerin meinte beim Einchecken nur ganz trocken: nachts bitte nur mit Taschenlampe, es gibt hier Giftschlangen. Nach Monaten müssen wir beide dann natürlich nachts prompt auf’s Töpfchen – so spannend war’s schon lange nicht mehr!

Den Zoobesuch sparen wir uns, wir sehen hier genügend Tiere:

das hier ist mein Stein!

Krokodil

Gürteltier vor der Mädelstoilette

Michel sieht tatsächlich eine dünne, ca. 1 m lange Schlange vor dem Aufenthaltsraum davon huschen …

Auf den Rat unseres Hosts Lucas hin halten wir stets Ausschau nach Restaurants, die Gibnuts (Pacas oder auch Agoutis) anbieten.

https://m.youtube.com/watch?v=mmgg5WcfZ00

Dieses leckere (?) Tierchen wird auch als “The Royal Rat” bezeichnet, weil es dem Staatsoberhaupt von Belize, Queen Elisabeth II beim Landesbesuch kredenzt wurde. Leider haben wir kein Glück und finden immer nur andere Speisen.

Auf der Durchfährt durch die Hauptstadt Belmopan entdeckt Michel ein deutsches Kennzeichen auf einem VW-Transporter … kurz danach sitzen wir bei Willi aus Köln im klimatisierten Wohnzimmer seiner neu gebauten Villa und trinken eisgekühltes (!) Wasser. Außerdem gibt er uns noch 3 Flaschen mit, besten Dank! Beim Einkauf im chinesischen Supermarkt treffen wir Thomas (ebenfalls aus Deutschland), der uns 2 Bier ausgibt – muchias gracias!

Hätten wir gewusst, dass es hier so eine große deutsche Gemeinde gibt, wären wir nicht einfach bloß durchgefahren. Die im Landesinneren gelegene Planstadt Belmopán wurde 1970 zur Hauptstadt, nachdem der verheerende Hurrikan “Hattie” 1961 die an der Küste liegende, damalige Hauptstadt Belize City fast ganz zerstört hatte.

Unsere letzte belizianische Station ist San Ignacio, grenznah zu Guatemala gelegen. Die Ortseinfahrt …

lockt bestimmt keine Touristen an, die Stadt ist aber Ausgangspunkt für verschiedenste Touristenattraktionen. Wir kommen auf dem flussnahen Campingplatz Mana Kai unter und können in der Palapa in der Hängematte den glücklichen Lastminute-Sieg der Deutschen gegen Schweden verfolgen.

Als wir am nächsten Tag auf dem örtlichen Markt essen gehen,

überrascht uns unser erstes tropisches Gewitter …

… und es schüttet knapp 1 Stunde lang aus vollen Kübeln.

Tags darauf besuchen wir dir Ruine “Cahal Pech” auf dem Hügel über der Stadt.

Verbreitung der Maya-Kultur

Hauptplatz

Die einzigen 2 Besucher …

… schießen ungestört Selfies!

Hotel mit Aussicht

Jetzt hat Michel doch noch sein Mennonitenfoto bekommen: diese zwei schüchternen Damen verkaufen uns leckeres deutsches Backwerk für unseren Nachmittagskaffee.

Am nächsten Morgen starten wir zu unserem Unterweltabenteuer! Unser Guide Luis (Kawiil Tours, +664-5446 oder +652 5367, email: kawiiltours.bz@gmail.com) holt uns ab und sammelt noch 2 weitere Touristenpärchen ein, dann geht’s mit dem Jeep zur ATM-Höhle (Actun Tunichil Muknal). Leider ist es inzwischen nicht mehr erlaubt, Fotoapparate oder Handys mit in die Höhle zu nehmen, weil einem Touristen der Foto herunterfiel und einen Totenkopf beschädigte. Wiederum haben wir Glück mit unserem Führer – während alle anderen Gruppen an uns vorbei und später auch durch die Höhle “rasen”, bekommen wir viele sehr interessante Erklärungen. Der 45 minütige Fußmarsch zur Höhle beinhaltet insgesamt 3 Flußüberquerungen. Die erste, die man schwimmend bewältigen musste, haben wir zum Schluß noch heimlich fotografiert.

Um in die Höhle zu gelangen, müssen wir in ca. 20°C kaltem Wasser 20 m in den dunklen Höhlenschlund hinein schwimmen. Von da ab geht’s nur noch mit Helmlampe watend, schwimmend und kletternd weiter – nichts für schwache Nerven! Sicherungen nach deutschen Standards Fehlanzeige – bisher soll es aber nur 3 Schienbeinbrüche gegeben haben!

Wir passieren noch einen natürlichen Licht- und Luftschacht, einige Fledermäuse werden von unseren Lampen aufgeschreckt und eine Süßwasserkrabbe beobachtet uns aus ihrer Steinkuhle.

Insgesamt werden wir 500 m weit in die Höhle vordringen und uns 450 m unter der Bergkuppe befinden. Ziel ist die “heilige Zone” – die Ritualstätte im Innersten der Höhle, wo die Maya ihre Götter gnädig stimmen wollten.

Interessanterweise sind die meisten Stalagtiten recht trocken, obwohl feinster Tröpfchennebel im Schein der Lampen erkennbar ist und ein kleiner Fluß durch die Höhle fließt. Nach stärkeren Regenfällen kann es jedoch zu Springfluten kommen, angeblich hat Luis auch schon eine miterlebt.

Nach dem “Popol Vuh” , der Mythologie der Maya, werden Himmel und Unterwelt durch die Bäume zusammen gehalten: die Tropfsteine stellen die Baumwurzeln dar.

Bevor wir die heilige Zone erreichen, müssen wir 8 m nach oben klettern und unsere Schuhe ausziehen – die Kultstätte darf nur barfuß oder in Socken betreten werden.

Farbige Bänder am Boden markieren fortan die z.T. nur 50 cm breiten Korridore, in denen wir uns bewegen dürfen/ können, ohne auf die Artefakte zu treten. Wäre in Europa so nie möglich! Bei den Forschungsarbeiten wurden angeblich nur 2% der Relikte aus der Höhle entfernt.

Und so sehen wir:

  • von den Mayas behauene Tropfsteine, die Schattenbilder von Menschenköpfen an die Wand werfen
  • eine Darstellung der Mondphasen mit Tonkrügen
  • ein Blutopfer: man durchstach sich die Zunge, fing das Blut auf Papier auf und verbrannte dieses anschließend
  • abgetrennte Fingerknochen
  • mehrere Skelette von Erwachsenen, die getötet und geopfert wurden
  • 7 Kinderskelette, die gefesselt und im völligem Dunkel der Höhle ihrem Schicksal überlassen wurden

Für 85 US$ p.P. inkl. Lunch ein teures Vergnügen, aber auch eine sehr spektakuläre Tour, können wir nur empfehlen!

Hier noch ein Google- Link mit Fotos aus früheren Höhlenbegehungen (unbedingt anschauen!!!):

http://www.google.de/search?q=atm+cave&tbm=isch&oq=atm+cave&gs_l=mobile-heirloom-serp.12…0.0.1.925.0.0.0.0.0.0.0.0..0.0….0…1c..34.mobile-heirloom-serp..0.1.55.mabEyKjTKRQ

Bevor wir am nächsten Tag das Land durch dieses Portal verlassen,

müssen wir noch 20 Belize $ Ausreisegebühr pro Person berappen. Danach tauschen wir noch unsere Restdollars …

in guatemaltekische Quetzales um. Endlich dürfen wir wieder Spanisch reden und lernen!

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7 Gedanken zu „Belize

  1. Wieder einmal sehr interessant geschrieben (Claudia, schätze ich mal) und gut bebildert (Hut ab Michl, mittlerweile kannst du es ;-)). Ich freue mich schon immer auf den nächsten Blog, gerade jetzt, wo die WM für uns gelaufen ist (schnief).

    Gruß
    Manni

    1. Danke Manni. Gut getippt, wer was in dem Blog gemacht hat. Freue mich immer, wenn ich von dir ein Lob bekomme. Bei der WM trauere ich natürlich mit.
      LG Michel

  2. mei, is des schö, mit Euch auf tour zu gehen…..ich bin do voll dabei, ich wünsch Euch noch alles Gute und viel Glück weiterhin…..danke, dass ich dabei sein darf ……ich schick Euch einen Drücker aus Drosendorf…..hier isses auch schö worm….30`grad…….

    1. Hi Ursel. Schön dass du immer wieder dabei bist. Den Drücker geben wir natürlich gern zurück. LG aktuell aus Guatemala Claudia und Michael

      1. Hallo claumich,
        Wunderbar wie Ihr das macht.
        Wir wünschen Euch weiterhin Viiiiieeeeeel Glück auf Euerer Reise und lasst uns weiterhin teilhaben – ganz tolle Fotos und Kommentare.
        Roswitha+Fred

  3. Servus Michel und Claudia,
    nach einem privaten Orkan hoffe ich jetzt, Eure Wahnsinnsreise wieder verfolgen zu können.
    Auch von mir großes Lob und großen Respekt für Euren Blog.
    Viel Spaß und viel Glück,
    Robert

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